Naturforscherclub

Vor dem Hintergrund der außerschulischen Bildung im naturwissenschaftlichen Bereich, dem Gewinnen positiver Kindheitserinnerungen mit Bindung an die Heimat und dem verantwortungsvollen Handeln in der Gemeinde bietet der Verein Natura Miriquidica e.V. regelmäßig stattfindende Treffen der Naturschutzkindergruppe einmal im Monat, oft mit Übernachtung im Haus der Kammbegegnungen an.

Forschungsexpedition nach Karelien

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 Vom 30.06. - 16.07. fand unsere abenteuerliche Expedition nach Karelien statt. Die Teilnehmer werden Mitte Oktober von ihren Naturerlebnissen in Russland berichten & laden alle Interessenten herzlich zu unserem Bilder- und Forschungsbericht ein.

Im Sommer 2018 begeben wir uns, eine Jugendgruppe des Fördervereins Natura Miriquidica auf eine abenteuerliche Reise in die Taiga im Norden Europas nach Karelien in die Nähe des Weißen Meers. Dort werden wir verschiedene Forschungsstationen, die Natur und ihre Artenvielfalt, Pflanzen sowie Tiere erkunden. In Teams werden wir gemeinsam Forschungsthemen unter die Lupe nehmen, zum Beispiel: das Verhalten von Haselhühnern, das Klima, die Pflanzenwelt, die Belugawale im Weißen Meer und die wirbellosen Tiere.
Unsere Expedition stellt eine spannende und lehrreiche Erfahrung für uns als Jugendliche dar, die uns außerhalb der Schule auf das Leben vorbereitet und uns für immer in Erinnerung bleiben wird.
Die Ergebnisse der Expedition und vieles mehr werden wir später bei einer Veranstaltung präsentieren. Dazu laden wir alle Spender herzlich ein.

Gruppe

Forschungsteam zur Miriquidi-Expedition nach Karelien 2018

Teilnehmer

Forschungsvorhaben

Babett
Kay

Babett Schreiter & Kay Meister
Expeditionsleitung

Joelle
Anna

Joelle Melzer & Anna Bretschneider
Die Belugawale des Weißen Meeres

Team Dummy
Elisabed

Afonya Seerig & Elisabed Reichelt
Brut- und Aufzuchtverhalten der Haselhühner

Celine
Emily

Celine Richter & Emily Schwarz
Landschaftsformen der Taiga und ihr Bewuchs

Janne
Tilmann

Janne Wohlfahrt & Tilmann Reichel
Geologische Besonderheiten Kareliens

Jonathan
Anton4

Jonathan Breidel & Anton Schreiter
Vergleich der aquatischen wirbellosen Tiere im Weißen Meer und im Ladoga-See

Moritz
Eddie

Moritz Rösch & Eddie Schellenberger
Vergleich der Süß- und Salzwasserfische der borealen Nadel-waldzone

Valentin
Marcel

Valentin Klemm & Marcel Reichel
Wetter- und Klimadokumentation während der Expedition

Felix2
Florin

Felix May & Florin Wohlfahrt
Ufer-Flora der nördlichen Binnengewässer

Die heimatliche Natur kennen, lieben und schützen lernt man auch, indem man fremde Regionen der Erde besucht, Vergleiche zieht und Anregungen gewinnt. Deshalb organisieren wir für langjährig interessierte Jugendliche eine Forschungs-expedition nach Russland (Karelien im Bereich des Weißen Meeres).

Ziel der 18-köpfigen Gruppe ist die eindrucksvolle Taiga Nordwestrusslands zwischen weißem Meer und Onega-See. Es ist eine Region, in welche die Jugendlichen wahrscheinlich sonst nicht reisen würden und wird für die meisten Teilnehmer eine Grenzerfahrung aus mehrerlei Hinsicht sein.
Zwei erfahrene Pädagogen und ein weiteres expeditionserfahrenes Vereinsmitglied begleiten die Jugendlichen in einem Alter zwischen 12 und 16 Jahren. In den beiden Juliwochen sollen gruppendynamische Wildniserfahrungen (Übernachtung in selbst gewählten Zeltlagern) und naturwissenschaftliche Studien ebenso ermöglicht werden, wie das Kennenlernen der russischen Kultur in den kleinen karelischen Dörfern. Die Anreise – fast 2500 km – erfolgt umweltfreundlich mit Zug, Bus und Fähre, wird mehrere Tage in Anspruch nehmen und ist wichtiger Bestandteil der Reiseerfahrung. In mehreren Tagesetappen wird der Aufenthalt in der Taiga auf der Insel Solovki bewältigt.

Während der Forschungsreise transportieren die Expeditionsteilnehmer alle Dinge des täglichen Bedarfs, auch das Essen und die Forschungsausrüstung, im Rucksack. Anschließend werden am Onegasee nahe Petrosawodsk einige Tage in einem russischen Dorf verbracht. Die Taiga-Lebensräume besitzen sowohl naturwissenschaftliche Faszination als auch die Herausforderung einer anspruchsvollen Naturbegegnung mit Abenteuercharakter. Eine Besonderheit dieses Expeditionsziels wird die Unberührtheit und Einsamkeit der Landschaft darstellen, welche in dieser Weise ein Jugendlicher in Mitteleuropa nicht erleben kann. Die Teilnehmer erwartet die Flora der borealen Nadelwaldzone (Zwergsträucher, Flechten und Moose, Kiefernwälder, Moore), ebenso eine ursprüngliche terrestrische und maritime Tierwelt (z.B. Haselhühner, Belugawale) und das Klima der Taiga. Zuweilen werden die Jugendlichen sich auch an die Lebensräume des oberen Erzgebirges erinnert fühlen und Parallelen ziehen können.

Jeder Teilnehmer muss einen Teil der Reisekosten selbst tragen. Diese setzen sich vor allem aus den Kosten für die Anreise, Visagebühren sowie die Verpflegung und (fachliche) Betreuung zusammen. Die wissenschaftliche Ausrüstung stellt der Förderverein Natura Miriquidica e.V. zusammen; die Ausrüstung der Teilnehmer (Zelt, Schlafsack etc.) stellen die Eltern der teilnehmenden Jugendlichen. Jeder Teilnehmer übernimmt während der Expedition einen seinen Interessen gemäßen Forschungsauftrag. Beispielsweise werden die Belugawale des Weißen Meeres, Landschaftsformen der Taiga und ihr Bewuchs oder die aquatischen wirbellosen Tiere im Weißen Meer und im Ladoga-See untersucht. Die Ergebnisse und auch die Erfahrungen werden in Tagebücher notiert und sollen im Anschluss die Expedition dokumentieren. Ebenso wird ein Vortrag die Öffentlichkeit nach der Reise über die Erlebnisse informieren.

Schmetterlingsprojekt

Im Förderverein Natura Miriquidica e.V. mit Sitz in der Naturschutzstation Pobershau sowie im Haus der Kammbegegnungen Rübenau sind aktuell fast 90 Kinder und Jugendliche als Mitglieder für die regionale Natur aktiv. Im zu Ende gehenden Jahr 2016 beschäftigte sich ein Projektteam der Jugendlichen intensiv mit der heimischen Schmetterlingsvielfalt und der Möglichkeit, sie zu erhalten und zu fördern. Finanziert wurden diese Aktivitäten durch die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung über das Programm „Hoch vom Sofa“.

Bild Schmetterling

Im Projekt konnte den Teilnehmern der Wert natürlicher Schmetterlings-Lebensräume am Erzgebirgskamm als Resultat natürlicher Prozesse und kultureller Leistungen des Menschen nahegebracht und ein positives Selbstverständnis der Kinder und Jugendlichen in der Identifikation mit der eigenen Heimat entwickelt werden. Das Aufzeigen von Möglichkeiten einer aktiven Gestaltung der naturnahen Kulturlandschaft konnte die teilnehmenden Kinder motivieren, sich für die eigene Heimat einzusetzen. Zudem wurden sie als Multiplikatoren aktiv, um in ihrem Umfeld für den Schutz der erzgebirgischen Schmetterlingswelt zu werben.

Einzelne Bausteine des sehr erfolgreichen Projektes waren:
Veranstaltungen in Kindertagesstätten mit kindgerechtem Schmetterlingsprogramm, eine Schmetterlingsausstellung mit vielen Mitmachstationen zum Familiennaturschutztag in der Naturschutzstation Pobershau
Ausschreibung eines Geschichtenwettbewerbes zum Thema Schmetterlinge in Schulen der RegionSchmetterlingszucht unter anderem zum Bergwiesenlager in den Sommerferien
Bergwiesenwanderung auf den vom Verein betreuten Flächen

Kinder haben im täglichen Leben wenige Berührungspunkte zum Naturschutz, stehen aber diesem grundsätzlich positiv gegenüber. Gerade Aktionen im Naturschutz wie das Schmetterlingsprojekt des Naturforscherclubs bieten vielfältige ausgleichende Angebote zum Schulalltag. Sie umfassen ein großes Maß an praktischen Tätigkeiten und wecken bei der Jugend weitergehendes Forscher-Interesse. Kindheitserinnerungen können damit positiv gestaltet werden.

Naturforscherclub Rückblick 2017

Februar

Mit der richtigen Ausrüstung und durch Naturmaterialien gut geschützt, ist es auch in dieser kalten Jahreszeit möglich, draußen zu schlafen. Dies testeten die Naturforscherclub-Teilnehmer dieses Jahr Anfang Februar in Rübenau. Die teilnehmenden Kinder  haben große Härte bewiesen, denn das Thermometer sank in der Nacht auf -7°C. Die Naturforscher gruben sich einen Windschutz aus Schnee und legten zur Isolierung ihr Nachtlager mit Bergwiesen-Heu aus.  Es wurde über dem Feuer gekocht und  alle genossen bei einem wärmenden Winterlagerfeuer die Faszination einer Natur-Winternacht

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Februar

Im Februar wurde das herrliche Winterwetter mit viel Schnee ausgenutzt, um mit den Teilnehmern des Naturforscher-clubs ausgiebig mit den Skiern unterwegs zu sein.  Mehrere Touren führten die Naturforscher u.a. nach Natchetin und Kalek auf böhmischer Seite. Die winterliche Natur hatte dabei so einiges zu bieten: neben jeder Menge Tier-Spuren im Schnee untersuchten die Teilnehmer die Dicke der Eisdecke im See sowie Algen auf der Schneeoberfläche.

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März

Immer im März  kümmern sich die Teilnehmer des Naturforscherclubs um den Aufbau des Amphibienschutzzauns an der Straße zwischen Reitzenhain und Satzung. Der relativ aufwendige Transfer der Kinder und Gerätschaften nach Reitzenhain erfolgte mit zwei Bussen. Durch den Einsatz des Naturforscherclub konnte der Zaun komplett errichtet werden. Auch die Kontrolle der Zäune erfolgt teilweise durch die Kinder mit ihren Eltern in den folgenden Wochen (koordiniert durch FNM). Schließlich konnten  ca. 2000 Erdkröten sicher zum Laichgewässer gebracht werden.

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April

Im April fand unsere jährliche Haus & Hof-Aktion am Haus der Kammbegegnungen. Dabei kümmerten sich die Kinder  um unsere Vereinstiere. Sie halfen beim Umzug der Tiere (2 Schafe und eine Ziege) in das Sommerquartier.  Außerdem wurden auf dem Gelände zahlreiche Obst-Bäume gepflanzt und eine Weidenhecke

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Mai

Der Waldhüttenbau im Mai lockte viele Naturforscher nach Großolbersdorf. Nach einer halben Stunde Fußmarsch war der Privatwald erreicht, in welchem die Kinder schon seit drei Jahren „ihre“ Waldhütte immer weiter bauen. Während die Jungen mit Holzarbeiten beschäftigt sind, kümmern sich die Mädchen um das Essenkochen über dem Feuer. Nach einer ruhigen Nacht in der Waldhütte wurde bei einer kleinen Exkursion die nahegelegene Gneis-Felsformationen erkundet, die den Halbedelstein Granat enthält.

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Juni

Auf vielfachen Wunsch der Kinder wurde im Juni wieder eine Radtour durchgeführt . Sie führte wieder  über die Grenze hinweg nach Böhmen, diesmal mit dem Ziel des nahegelegenen „Duppauer Gebirge“. Auf dem Weg dorthin durchquerten wir das böhmische Becken. Die Tour verlief entlang des steilen Südabhang des Erzgebirges durch eines der darin eingeschnittenen, schluchtartigen Täler, dass uns sehr reizvolle Natur bot. Im böhmischen Becken könnten die Kontraste zwischen Natur und Industrie kaum größer sein. Schöne Berglandschaft mit Laubmischwäldern und Bergwiesen grenzt hier unmittelbar an die menschengemachte "Mondlandschaft" gigantischer Tagebaue, umgeben von Chemiefabriken, Großkraftwerken und Plattenbaustädten. Übernachtet wurde in Zelten auf böhmischen Zeltplätzen. Während der Exkursion war es im böhmischen Becken mit unter „brütend“ heiß und so lernten die Kinder das kühle Klima unseres heimatlichen Gebirges  sehr zu schätzen.

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Juli

Im Juli waren die Kinder des Naturforscherclubs zur traditionellen Bergwiesenpflege eingeladen. Rübenau ist berühmt für seine ausgedehnten Bergwiesen. Um diese Flächen in ihrer Artenvielfalt zu erhalten, müssen sie mindestens einmal im Jahr fachgerecht gemäht und beräumt werden. Die Kinder (zum Teil mit Eltern) halfen bei der Wiesen-Mahd auf unseren Vereinsflächen, haben das Sensen von Hand ausprobiert und gelernt, wie man fachgerecht Heu macht. Das Heukino am Abend in der Heuscheune rundete das Naturforscherclub-Programm ab.

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August

Im August führte eine kleine Miniexpedition die Naturforscher in die Böhmische Schweiz zum „Boofen“. Die Gruppe reiste mit de Bahn an und wanderten im tschechischen Nationalpark „Böhmische Schweiz“. Erkundet wurden die besonderen Felsformationen und die einzigartigen Flora und Fauna im Nationalpark. Übernachtet hat die Exkursionsgruppe in so genannten „Boofen“. Hierbei handelt es sich um eine Freiübernachtungsstelle für Bergsteiger und Kletterer, zumeist unter einem Felsvorsprung.

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September

Im September sollte wieder einmal die Hirschbrunft im Mittelpunkt des Naturforscherclubs stehen. Das eindrucksvolle Schauspiel der Brautwerbung bei den Rothirschen konnte jedoch bei der abendlichen Exkursion wie im Vorjahr leider wieder nicht beobachtet werden, da die dafür notwendigen Bedingungen (u.a. Wetter) nicht gegeben waren. Am nächsten Tag haben die Teilnehmer des Naturforscherclubs dabei geholfen, das Naturalienkabinett in der Alten Schule Rübenau aufzulösen. Die Ausstellung des Förderverein Natura Miriquidica e.V. musste dort leider schließen, da der Abriss des Schulgebäudes für das Jahr 2018 geplant ist.

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Oktober

Unser Oktober-Naturforscherclub findet mit eine Tag Verlängerung in den Ferien statt und heißt deswegen: „NATUR-FORSCHERCLUB XXL“. Es ist inzwischen zur Tradition geworden, dass wir in diesen Tagen unsere Vereinsfläche „Lernort  der Artenvielfalt“ in Rübenau weiterentwickeln und die dortigen Biotope pflegen. In diesem Jahr wurde der Teich auf

dem Gelände abgelassen und abgefischt. Für viele Kinder war es ein großes Abenteuer, bei dieser Aktion mit dem Kescher die Fische aus dem Teich zu holen. Weiterhin haben wir Apfelsaft gepresst, die Vereinstiere in ihr Winterquartier gebracht, gemeinsam gekocht sowie die Abende mit Spielen und Musizieren ausgefüllt.

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November

Traditionell wurde von den im Erzgebirge lebenden Menschen die einbrechende Kälte in der Adventszeit genutzt, um sich gegenseitig zu besuchen, zusammen zu sitzen und Neues zu erfahren oder das Jahr Revue passieren zu lassen. Wir pflegen diese Tradition und trafen uns im November  zum „Hutzen“ im Haus der Kammbegegnungen. Bei Kerzenlicht und Weihrauchduft werteten wir die vergangene Naturforscher-Saison aus und erinnerten uns bei einer kleinen Film- und Fotoschau an unsere Naturschützer-Einsätze. Außerdem nutzten wir das Treffen, um die Aktivitäten des kommenden Jahres zu planen und unsere neuen Holzsitzhütten im Außengelände einzuweihen.

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Dezember

Im Rahmen des Dezember-Naturforscherclubs gingen die Kinder der erzgebirgischen Holzkunst auf die Spur und lernten beim gemeinsamen Schnitzen sowie bei den Laubsägearbeiten den Umgang mit dem Naturmaterial Holz kennen. Außerdem stellten die teilnehmenden Mädchen Weihnachtsschmuck aus Stroh her und gestalteten Mini-Weihnachts-bäume aus heimischer Fichte. Jedes Kind brachte sich mit seinen Fähigkeiten bei unterschiedlichen Aktionen ein und

am Ende waren die Ergebnisse der verschiedenen kreativen Angebote erstaunlich kreativ und wunderschön.

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